Aal angeln an der Müritz: Ausrüstung, Köder und Fangtechnik

Aal angeln an der Müritz: Ausrüstung, Köder und Fangtechnik

Die Mecklenburgische Seenplatte mit der Müritz als ihrem Herzstück gehört zu den besten Aalrevieren Deutschlands. Die sauberen, nährstoffreichen Gewässer bieten ideale Lebensbedingungen für kräftige, gesunde Aale. Wer hier in lauen Sommernächten am Ufer sitzt und auf den Biss wartet, erlebt nicht nur entspannte Stunden in der Natur, sondern hat auch gute Chancen auf einen kapitalen Fang. Die klare Wasserqualität der Region sorgt dafür, dass die Aale hier besonders schmackhaft sind – ein Unterschied, den man definitiv schmeckt. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über Ausrüstung, Köder und Technik, um erfolgreich auf Aal zu angeln.

Saisonzeiten und wichtige Regelungen

Bevor Sie die Ruten auswerfen, sollten Sie das Regelwerk für die Gewässer der Müritzfischer kennen. Das Mindestmaß für Aale liegt bei 55 Zentimetern – alles darunter muss sofort und schonend zurückgesetzt werden. Die Schonzeit erstreckt sich vom 1. Dezember bis zum 28. Februar, in dieser Zeit ist das Aalangeln komplett verboten. Die beste Fangzeit liegt zwischen März und November, wobei die Monate Mai bis Oktober als Hauptsaison gelten. In dieser Zeit sind die Wassertemperaturen optimal und die Aale zeigen die höchste Aktivität.

Pro Fangtag dürfen Sie maximal zwei Aale entnehmen – diese Begrenzung dient dem nachhaltigen Bestandsschutz. Das Nachtangeln ist ausdrücklich erlaubt und sogar empfehlenswert, da Aale dämmerungs- und nachtaktiv sind. Die offizielle Regelung besagt: eine Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang. Für das Angeln benötigen Sie eine gültige Angelkarte der Fischerei Müritz-Plau GmbH. Die Gewässer der Region – Müritz, Plauer See, Kölpinsee, Fleesensee und viele weitere – bieten ausgezeichnete Möglichkeiten. Besonders die Müritz selbst lockt mit ihren vielfältigen Strukturen und guten Aalbeständen.

Europäischer Aal – nachtaktiver Räuber am Gewässergrund

Die richtige Rute und Rolle

Bei der Rutenwahl für das Aalangeln sollten Sie auf mittelschwere Grundruten mit einer Länge zwischen 2,70 und 3,60 Metern setzen. Das Wurfgewicht liegt idealerweise bei 40 bis 80 Gramm. Warum diese Spezifikationen? Eine Rute in dieser Länge ermöglicht gute Wurfweiten, was wichtig ist, wenn Sie tiefere Bereiche oder entfernte Strukturen erreichen wollen. Gleichzeitig bietet sie genug Rückgrat, um auch größere Aale sicher zu drillen, ohne dabei zu hart zu sein.

Kohlefaserruten sind leichter und bieten eine bessere Bissübertragung, während Glasfaserruten robuster und oft günstiger sind. Für Einsteiger reicht eine solide Glasfaserrute völlig aus. Achten Sie beim Kauf auf eine parabolische Aktion – die Rute biegt sich gleichmäßig durch, was beim Aalangeln von Vorteil ist. Der Griff sollte aus Kork oder EVA-Schaum bestehen und gut in der Hand liegen, denn Sie werden die Rute beim Anschlag kräftig anziehen müssen. Hochwertige Rutenringe aus SiC (Siliziumcarbid) sind langlebiger und schonen die Schnur.

Bei der Rolle empfiehlt sich eine Stationärrolle der Größe 3000 bis 4000. Die Schnurfassung sollte mindestens 150 Meter betragen, besser sind 200 Meter. Ein gutes Bremssystem ist entscheidend, denn Aale können überraschend kampfstark sein, besonders wenn sie sich im Kraut verheddern. Eine Übersetzung von 5,0:1 bis 5,5:1 ist ideal – nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam. Wichtig ist ein sauberer Schnureinzug ohne Verdrehungen.

Die Regelung erlaubt maximal drei Handangeln gleichzeitig, doch für das Aalangeln reichen in der Praxis meist zwei Ruten vollkommen aus. So behalten Sie den Überblick und können beide Montagen optimal kontrollieren. Eine dritte Rute können Sie nutzen, um verschiedene Distanzen oder Ködervarianten zu testen.

Schnur, Vorfach und Haken

Die Wahl der Hauptschnur ist eine grundsätzliche Entscheidung. Monofile Schnur in Stärken von 0,30 bis 0,35 Millimetern hat den Vorteil der Dehnung, die beim Aalangeln als Puffer wirkt und Ausschlitzer verhindert. Zudem ist sie abriebfester, was bei steinigem Grund wichtig ist. Geflochtene Schnur hingegen (0,15 bis 0,20 Millimeter) bietet direkteren Köderkontakt und bessere Bisserkennung – Sie spüren selbst vorsichtige Zupfer sofort. Für Einsteiger empfiehlt sich monofile Schnur, erfahrene Angler schwören oft auf Geflecht.

Das Vorfach sollte aus monofiler Schnur oder Fluorocarbon bestehen, Stärke 0,28 bis 0,32 Millimeter, Länge 50 bis 80 Zentimeter. Fluorocarbon hat den Vorteil, dass es im Wasser nahezu unsichtbar ist – der Lichtbrechungsindex entspricht dem von Wasser. Das kann bei vorsichtigen Aalen den entscheidenden Unterschied machen. Die Verbindung zwischen Hauptschnur und Vorfach erfolgt über einen hochwertigen Wirbel, der Verdrehungen verhindert.

Bei den Haken sind Einzelhaken der Größen 2 bis 6 die richtige Wahl. Langschenkelhaken eignen sich besonders gut für Wurmköder, da Sie mehrere Würmer sauber aufziehen können. Wichtig ist die Regelung: Ab einer Ködergröße von 14 Zentimetern müssen die Widerhaken angedrückt oder widerhakenlose Haken verwendet werden. Achten Sie auf Qualität – der Haken muss nadelscharf sein und darf sich unter Belastung nicht aufbiegen. Ein einfacher Test: Ziehen Sie den Hakenspitz über Ihren Daumennagel. Bleibt er hängen, ist er scharf genug.

Montagen für erfolgreiches Aalangeln

Die klassische und bewährte Montage ist die Grundmontage mit Laufblei. Der Aufbau ist simpel, aber effektiv: Auf die Hauptschnur fädeln Sie ein Laufblei (30 bis 60 Gramm, je nach Wurfdistanz und Strömung), dahinter kommt eine Gummiperle als Knotenschutz, dann folgt ein Karabinerwirbel. An diesen knoten Sie das Vorfach mit dem Haken. Noch besser ist die Verwendung eines Anti-Tangle-Booms – dieser verhindert Verhedderungen beim Wurf und hält das Vorfach vom Blei fern.

Der große Vorteil dieser Montage: Der Aal spürt beim vorsichtigen Anbiss keinen Widerstand, da die Schnur frei durch das Laufblei gleiten kann. Erst wenn er mit dem Köder abzieht, baut sich Spannung auf. Das Gewicht des Bleis wählen Sie nach den Bedingungen: Bei geringer Distanz und wenig Strömung reichen 30 Gramm, für weite Würfe oder stärkere Strömung greifen Sie zu 50 bis 60 Gramm.

Unverzichtbar sind elektronische Bissanzeiger, besonders beim Nachtangeln. Diese werden am Rutenhalter befestigt und registrieren selbst kleinste Schnurbewegungen. Stellen Sie die Empfindlichkeit so ein, dass Wind oder Wellen keine Fehlalarme auslösen, ein echter Biss aber sofort angezeigt wird. Als optische Ergänzung dienen Knicklichter, die Sie an der Rutenspitze befestigen – so sehen Sie auf einen Blick, welche Rute einen Biss hat. Der Schnurclip am Bissanzeiger sollte so justiert sein, dass die Schnur bei einem Biss frei ablaufen kann.

Aal angeln an der Müritz – erfolgreicher Fang am Seeufer

Köder: Was Aale wirklich wollen

Der absolute Klassiker und mit Abstand erfolgreichste Köder ist der Tauwurm. Verwenden Sie zwei bis drei kräftige Würmer pro Haken. Beim Anködern gibt es zwei bewährte Methoden: Entweder ziehen Sie die Würmer einzeln über die gesamte Hakenlänge, sodass ein appetitliches Bündel entsteht, oder Sie durchstechen jeden Wurm mehrfach, was für mehr Stabilität sorgt. Frische Würmer erkennen Sie an ihrer Lebendigkeit und kräftigen Farbe. Lagern Sie sie kühl in feuchter Erde – so bleiben sie mehrere Tage fit.

Eine weitere Option sind Köderfische, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Sie dürfen ausschließlich Fische aus demselben Gewässer verwenden, in dem Sie angeln. Diese Regelung dient dem Gewässerschutz und verhindert die Einschleppung fremder Arten oder Krankheiten. Kleine Rotaugen oder Plötzen zwischen 5 und 8 Zentimetern Länge sind ideal. Ködern Sie diese entweder durch die Lippen (für lebende Köderfische) oder mit einem Rückenhaken an. Beachten Sie: Wenn für eine Fischart ein Mindestmaß vorgeschrieben ist, dürfen auch keine untermaßigen Exemplare als Köder verwendet werden.

Besonders nachts funktionieren Fischfetzen hervorragend. Halbieren Sie einfach einen Rotauge und verwenden Sie eine Hälfte als Köder. Der austretende Saft lockt Aale über große Distanzen an. Diese Methode ist simpel, aber erstaunlich effektiv.

Beim Anfüttern gilt: Weniger ist mehr. Aale sind Räuber und Aasfresser, die ihre Nahrung hauptsächlich über den Geruchssinn finden. Mischen Sie einige Wurmstücke mit feuchter Erde und bringen Sie diese Mischung im Radius von ein bis zwei Metern um Ihre Köder aus. So entsteht eine Duftspur, ohne die Aale satt zu füttern.

Die besten Angelstellen finden

Aale bevorzugen strukturreiche Bereiche mit Deckung. Schilfkanten sind erstklassige Hotspots – hier jagen Aale nachts im flacheren Wasser. Auch Krautfelder bieten Nahrung und Versteckmöglichkeiten. Steinpackungen, alte Stege und Bootshäuser sind ebenfalls vielversprechend, da sich dort Kleinfische und Krebse aufhalten – die natürliche Beute der Aale.

Tagsüber ziehen sich Aale in tiefere Bereiche zwischen 3 und 6 Metern zurück, wo sie in Bodenmulden oder unter Totholz ruhen. Bei Einbruch der Dämmerung wandern sie in flacheres Wasser zur Nahrungssuche. Einläufe von Gräben oder kleineren Zuflüssen sind besonders interessant, da hier frisches, sauerstoffreiches Wasser und Nahrung eingetragen werden. Auch Strömungskanten, wo sich ruhendes und bewegtes Wasser treffen, lohnen einen Versuch.

Die besten Fangzeiten liegen in der Dämmerung und während der Nacht. An bewölkten, warmen Tagen können Aale aber auch tagsüber aktiv sein. Wichtig: Halten Sie ausreichend Abstand zu Stellnetzen, die mit roten oder schwarzen Fahnen markiert sind. Die Regelungen schreiben dies explizit vor, und es ist auch eine Frage des Respekts gegenüber den Berufsfischern.

Legen Sie Ihre zwei bis drei Ruten in unterschiedlichen Distanzen aus – beispielsweise eine nah am Ufer in 5 Metern Entfernung, eine mittlere in 15 Metern und eine weit draußen in 30 Metern Distanz. So decken Sie verschiedene Tiefenbereiche ab und finden heraus, wo die Aale gerade stehen. Der Abstand zwischen den Ruten sollte 3 bis 5 Meter betragen, damit sich die Montagen nicht verheddern können.

Bisserkennung und Drill

Ein typischer Aalbiss beginnt vorsichtig. Zunächst spüren Sie nur ein leichtes Zupfen – der Aal nimmt den Köder auf und prüft ihn. Der elektronische Bissanzeiger piept in kurzen Intervallen. Jetzt heißt es: Ruhe bewahren. Warten Sie 3 bis 5 Sekunden, bis die Schnur gleichmäßig abläuft. Dann setzen Sie einen kräftigen, aber kontrollierten Anhieb. Zu frühes Anschlagen führt oft dazu, dass Sie dem Aal den Köder aus dem Maul reißen.

Der Drill eines Aals ist charakteristisch. Die Tiere sind zäh und ausdauernd, versuchen sich im Kraut zu verheddern oder graben sich regelrecht in den Grund. Halten Sie gleichmäßigen Druck auf der Rute und "pumpen" Sie den Fisch heran: Rute anheben, dabei Schnur gewinnen, Rute senken und dabei kurbeln. Vermeiden Sie es, einfach nur zu kurbeln – das führt zu unsauberem Drill und erhöht die Ausschlussgefahr.

Halten Sie einen großen Kescher bereit, denn Aale winden sich heftig, sobald sie die Oberfläche erreichen. Ein Modell mit mindestens 60 Zentimeter Durchmesser ist sinnvoll. Legen Sie auch ein Handtuch griffbereit – Aale sind extrem glitschig und lassen sich ohne Hilfsmittel kaum halten. Greifen Sie den Aal niemals mit trockenen Händen, das schädigt die schützende Schleimhaut.

Aal zubereiten – Delikatesse aus der Mecklenburgischen Seenplatte

Waidgerechter Umgang

Jeder untermaßige Aal unter 55 Zentimetern muss sofort zurückgesetzt werden. Verwenden Sie einen Hakenlöser, um den Haken schonend zu entfernen, ohne den Fisch unnötig zu verletzen. Ist der Haken zu tief geschluckt, schneiden Sie das Vorfach ab – der Haken rostet im Wasser und der Aal überlebt. Maßige Fische sollten Sie zügig versorgen und nicht lange hältern, da dies Stress bedeutet.

Die Regelungen schreiben vor, dass nicht mehr lebensfähige Fische waidgerecht zu töten sind. Nehmen Sie diese Verantwortung ernst – als Angler tragen Sie Verantwortung für Ihre Fänge. Denken Sie auch an die Sauberkeit am Gewässer. Nehmen Sie Ihren Müll mit, lassen Sie keine Schnurreste oder Verpackungen zurück. Ein verschmutzter Angelplatz schadet uns allen.

Frischer Aal aus der Mecklenburgischen Seenplatte

Nicht jeder hat die Zeit, die Ausrüstung oder den Angelschein für nächtliche Ansitze. Vielleicht möchten Sie auch einfach den hervorragenden Geschmack der Müritz-Aale genießen, ohne selbst zu angeln. Kein Problem: Sie können frischen Aal online kaufen, der aus genau denselben Gewässern stammt, die wir in diesem Artikel beschrieben haben. Die Müritzfischer fangen seit über 70 Jahren professionell und nachhaltig in der Region. Ob frisch oder traditionell geräuchert – die Qualität aus diesen sauberen Gewässern schmeckt man in jedem Bissen. So holen Sie sich ein Stück Mecklenburgische Seenplatte direkt nach Hause.

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