Seeteufel: Der bizarre Lauerjäger aus der Tiefe

Seeteufel: Der bizarre Lauerjäger aus der Tiefe

Stellen Sie sich vor, Sie tauchen in 200 Meter Tiefe ab und plötzlich starrt Sie ein Monster mit riesigem Maul an – willkommen beim Seeteufel! Dieser Fisch sieht aus wie aus einem Horror-Film entsprungen, schmeckt aber wie purer Luxus auf dem Teller. Mit seinem abgeflachten Körper, dem übergroßen Kopf und der berühmten "Angel" vor dem Maul gehört er zu den faszinierendsten Bewohnern unserer Meere. Während andere Fische aktiv jagen, macht es sich der Seeteufel gemütlich am Meeresboden und wartet, bis das Abendessen vorbeikommt. Diese geniale Strategie hat ihm auch seinen zweiten Namen eingebracht: Anglerfisch. Doch was zunächst nach purem Faulpelz klingt, ist in Wahrheit eine perfekt durchdachte Überlebensstrategie, die den Seeteufel seit Millionen von Jahren erfolgreich macht.

Was für ein Fisch ist der Seeteufel?

Der Seeteufel, wissenschaftlich Lophius piscatorius genannt, gehört zur Ordnung der Armflosser und trägt je nach Region verschiedene Namen – ob Anglerfisch, Lotte oder Mönchsfisch, gemeint ist immer das gleiche bizarre Geschöpf. Sein Verbreitungsgebiet ist beeindruckend: Man findet ihn im Nordostatlantik von der Küste Marokkos bis hoch nach Norwegen und Island, in der Nordsee, im Mittelmeer, in der Adria und sogar im Schwarzen Meer. Der Seeteufel fühlt sich in Tiefen zwischen 20 und 1.000 Metern wohl, wobei er während der Laichzeit sogar bis in 1.800 Meter Tiefe abtauchen kann.

Sein Aussehen ist, gelinde gesagt, gewöhnungsbedürftig. Der Kopf macht fast die Hälfte der gesamten Körperlänge aus und ist extrem breit und abgeflacht – von oben betrachtet erinnert er tatsächlich an einen Teller mit Schwanzflosse. Das riesige Maul ist mit mehreren Reihen spitzer, nach hinten gerichteter Zähne besetzt, aus denen es kein Entkommen gibt. Der Körper selbst ist schuppenlos und mit kleinen Hautanhängseln besetzt, die ihm eine perfekte Tarnung am Meeresboden verleihen. Die Färbung variiert von braunen über grünliche bis rötliche Töne – immer perfekt angepasst an den Untergrund.

Kapitale Exemplare können bis zu zwei Meter lang und über 50 Kilogramm schwer werden, wobei die durchschnittliche Größe bei etwa einem Meter liegt. Interessanterweise werden die Weibchen deutlich größer als die Männchen. Der Seeteufel kann ein Alter von 10 bis 15 Jahren erreichen, wobei das älteste bekannte Exemplar stolze 24 Jahre alt wurde. In Europa unterscheiden wir hauptsächlich zwei Arten: den gewöhnlichen Seeteufel (Lophius piscatorius) und den schwarzen Seeteufel (Lophius budegassa), der seinen Namen der schwarzen Färbung seiner Leibeshöhle verdankt.

Seeteufel schwimmt im dunklen Wasser mit weit geöffnetem Maul und sichtbaren spitzen Zähnen in Angriffsposition

Der faszinierende Lebenszyklus des Seeteufels

Der Seeteufel ist ein Meister der Energieeffizienz. Statt hektisch durchs Wasser zu jagen, liegt er die meiste Zeit eingegraben im Sand oder Schlamm des Meeresbodens und wartet auf Beute. Sein Jagdwerkzeug ist genial: Der erste Strahl seiner Rückenflosse ist zu einer Angel umgebildet, an deren Spitze ein Hautläppchen sitzt – die sogenannte Esca. Dieses "Köderchen" bewegt der Seeteufel geschickt hin und her, sodass es aussieht wie ein zappelnder Wurm oder ein kleiner Fisch. Neugierige Beutefische, die sich dem vermeintlich leichten Happen nähern, werden blitzschnell in das weit geöffnete Maul eingesaugt. Dieser Vorgang geht so rasend schnell vonstatten, dass man ihn mit bloßem Auge kaum wahrnehmen kann.

Auf dem Speiseplan des Seeteufels stehen hauptsächlich andere Fische, aber auch Krebstiere wie Krabben, Hummern und Garnelen. Manchmal schwimmt er sogar oberflächennah und in Mägen gefangener Seeteufel wurden schon Überreste von Seevögeln gefunden – dieser Räuber ist nicht wählerisch! Die spitzen, nach innen gerichteten Zähne sorgen dafür, dass einmal gefangene Beute nicht mehr entkommen kann.

Die Fortpflanzung des Seeteufels findet zwischen April und Juni statt, hauptsächlich in den Gewässern rund um die Britischen Inseln und Irland in Tiefen von etwa 400 Metern. Die Weibchen legen dabei bis zu einer Million Eier ab – eine unvorstellbare Zahl! Diese Eier sind in ein acht bis zehn Meter langes und 15 bis 45 Zentimeter breites violettes Schleimband eingebettet, das im Wasser treibt. Durch Wellengang wird dieses Laichband in Bruchstücke zerteilt und mit der Strömung weit abgetrieben. Die bizarr aussehenden Larven leben bis zu einer Länge von sechs bis acht Zentimetern pelagisch, also frei schwebend im Wasser, bevor sie zum Bodenleben übergehen.

Die Geschlechtsreife erreicht der Seeteufel mit etwa sechs Jahren. Männchen sind dann etwa 40 Zentimeter lang, Weibchen hingegen schon rund 70 Zentimeter. Das Wachstum ist relativ langsam – ein typischer Seeteufel ist mit zehn Jahren etwa einen Meter lang. Diese langsame Entwicklung macht die Art anfällig für Überfischung, weshalb nachhaltige Fangquoten so wichtig sind.

Stolzer Angler präsentiert großen Seeteufel mit charakteristischem breitem Kopf und riesigem Maul nach erfolgreichem Fang auf Boot

Wie wird der Seeteufel gefangen?

Für Hobbyangler ist der Seeteufel eine echte Herausforderung – oder besser gesagt: ein Glückstreffer. Der gezielte Fang dieses "Ungeheuers" gilt als nahezu unmöglich. Das liegt zum einen an den großen Tiefen, in denen er lebt, zum anderen an seinem passiven Jagdverhalten. Man muss dem Fisch den Köder buchstäblich vor das Maul legen, um ihn zum Beißen zu bewegen. Die meisten Seeteufel gehen Anglern daher beim Meeresangeln in Norwegen eher zufällig an den Haken.

Wenn Sie es trotzdem versuchen möchten, hier ein paar Tipps: Suchen Sie nach großen Sandflächen in tiefen Bereichen – dort lauert der Seeteufel am liebsten. Sie brauchen eine stabile Bootsrute mit ausreichend Rückgrat, idealerweise eine Multi-Rolle mit geflochtener Schnur (mindestens 0,30 mm Durchmesser), um die Tiefe zu erreichen. Als Köder eignen sich Pilker, Gummifische am schweren Jigkopf oder große Fischfetzen. Die Technik: Lassen Sie den Köder auf den Grund sinken und schleifen Sie ihn dann langsam über die Sandfläche. Der Seeteufel ist nicht wählerisch, aber Sie müssen ihn erst einmal finden und das Glück haben, dass Ihr Köder genau vor seiner Nase landet. Die Hängergefahr ist dabei extrem hoch, also planen Sie Materialverluste ein.

In der kommerziellen Fischerei sieht das ganz anders aus. Der Seeteufel wird hauptsächlich als Beifang in gemischten Grundfischereien gefangen. Zum Einsatz kommen dabei Schleppnetze, die über den Meeresboden gezogen werden, sowie Langleinen mit hunderten von Haken. Die Hauptfanggebiete liegen im Nordostatlantik, besonders rund um die Britischen Inseln, vor der Küste Norwegens und in der Biskaya. Die Fischerei ist durch Schonzeiten und Mindestfanggrößen reguliert, um die Bestände zu schützen. Achten Sie beim Kauf auf MSC-zertifizierten Seeteufel aus nachhaltiger Fischerei – seit 2018 gibt es entsprechend zertifizierte Fänge.

Ein Problem der kommerziellen Fischerei: Junge Seeteufel landen oft in den Netzen, bevor sie geschlechtsreif sind. Zudem werden bei der Grundschleppnetzfischerei häufig auch andere Arten wie Haie, Rochen, Delfine und Seevögel ungewollt mitgefangen. Deshalb ist es wichtig, auf nachhaltige Herkunft zu achten. Die Bestände in isländischen Gewässern sowie in der Biskaya und vor Portugal gelten als gesund und werden nicht überfischt. Im Mittelmeer fehlen verlässliche Daten zur Bestandsbewertung.

Nährwert und kulinarische Verwendung

Früher galt der Seeteufel wegen seines furchteinflößenden Aussehens als ungenießbar und wurde beim Beifang einfach zurück ins Meer geworfen. Was für eine Verschwendung! Heute zählt er zu den edelsten und teuersten Speisefischen überhaupt. Sein weißes, festes Fleisch hat einen feinen, leicht süßlichen Geschmack und wird oft mit Hummer verglichen – nicht umsonst gilt der Seeteufel als "Hummer des armen Mannes", wobei seine Preise heute allerdings kaum noch bescheiden sind.

Das Besondere am Seeteufel: Sein Fleisch bleibt auch nach der Zubereitung fest und strahlend weiß. Es ist nahezu grätenfrei, was die Verarbeitung kinderleicht macht. Im Handel findet man meist nur den Seeteufelschwanz und die begehrten Seeteufelbäckchen – der Rest des Fisches ist für den Verkauf zu unappetitlich. Ein Kilogramm Seeteufelfilet kostet je nach Qualität und Saison zwischen 40 und 60 Euro, Tendenz steigend.

Ernährungsphysiologisch ist der Seeteufel ein Traum: Das Fleisch ist reich an hochwertigem Protein, enthält kaum Fett, dafür aber wertvolle Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Selen. Mit nur etwa 85 Kalorien pro 100 Gramm ist er ideal für figurbewusste Genießer.

Bei der Zubereitung gilt eine eiserne Regel: Bloß nicht zu lange braten! Der Seeteufel braucht Hitze, aber nur kurz. Wird er zu lange gegart, wird er zäh und trocken. Die klassische französische Küche schwört auf Seeteufel in Sahnesauce mit Safran – eine Delikatesse der Extraklasse. In der mediterranen Küche wird er gerne mit Tomaten, Oliven, Kapern und Weißwein im Ofen geschmort. Deutsche Köche bevorzugen oft die einfache Variante: Seeteufelmedaillons kurz in der Pfanne anbraten, mit Kräuterbutter verfeinern und mit Salzkartoffeln servieren.

Besonders beliebt ist auch Seeteufel vom Grill: Marinieren Sie die Filets mit Olivenöl, Knoblauch, Zitrone und frischen Kräutern, wickeln Sie sie in Speck und grillen Sie sie bei mittlerer Hitze etwa fünf bis sieben Minuten. Das Ergebnis: außen knusprig, innen butterzart. Für ein mediterranes Flair können Sie den Seeteufel auch in einer feuerfesten Form mit Zucchini, Tomaten, Oliven und Weißwein im Ofen garen – ein unkompliziertes Rezept, das immer beeindruckt.

Pro-Tipp vom Profi: Braten Sie Seeteufel immer bei sehr hoher Hitze, aber nur zwei bis drei Minuten pro Seite. Lassen Sie ihn dann bei niedrigerer Temperatur oder im Ofen nachziehen. So bleibt er saftig und wird nicht gummiartig. Als Beilagen passen Kartoffeln in jeder Form, gedünstetes Gemüse oder ein frischer Salat.

Lächelnde Köchin in Profiküche schneidet frisches weißes Seeteufelfilet auf Holzbrett mit Kräutern und Gemüse

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