Seelachs (Köhler): Sportfisch aus dem Nordatlantik

Seelachs (Köhler): Sportfisch aus dem Nordatlantik

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum der Seelachs "Lachs" im Namen trägt, obwohl er gar kein Lachs ist? Dieser Name ist reine Marketingstrategie, denn der Seelachs, auch Köhler oder Pollack genannt, gehört zur Familie der Dorschartigen und ist mit Kabeljau verwandt. Sein festes, weißes Fleisch und der milde Geschmack machen ihn zu einem der wichtigsten Speisefische weltweit. Gleichzeitig ist er ein begehrter Sportfisch, der Angler mit kraftvollen Fluchten und hartem Drill begeistert. In diesem Artikel erfahren Sie alles über den Seelachs – von seinem Leben in den kalten Gewässern des Nordatlantiks über sein Jagdverhalten bis zu seiner Bedeutung für Fischerei und Küche.

Was für ein Fisch ist der Seelachs?

Der Seelachs (Pollachius virens), auch als Köhler oder Pollack bekannt, gehört zur Familie der Dorschartigen (Gadidae) und ist eng mit Kabeljau und Schellfisch verwandt. Der deutsche Name "Seelachs" ist irreführend, denn mit echtem Lachs hat dieser Fisch nichts zu tun. Die Bezeichnung wurde eingeführt, um den Fisch besser zu vermarkten, da Lachs als edler galt. In der englischen Sprache heißt er "Saithe" oder "Coalfish" (Kohlenfisch), was auf seine dunkle Färbung hinweist.

Das Erscheinungsbild des Seelachses unterscheidet sich deutlich von anderen Dorschartigen. Der Körper ist langgestreckt und kräftig gebaut, perfekt für schnelles Schwimmen. Die Färbung ist charakteristisch dunkel: Der Rücken zeigt ein dunkles Grau bis Grün-Schwarz, die Flanken sind heller grau-silbrig, und der Bauch ist weißlich bis silbrig. Junge Seelachse sind oft noch dunkler und wirken fast schwarz, was ihnen den Namen Köhler eingebracht hat. Mit zunehmendem Alter hellt sich die Färbung etwas auf.

Seelachs schwimmt über Algen und Felsen in klarem türkisfarbenem Wasser des Nordatlantiks

Der Seelachs besitzt drei Rückenflossen und zwei Afterflossen, wobei die zweite Rückenflosse und die erste Afterflosse besonders lang sind. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist die Seitenlinie, die gerade verläuft und nicht gebogen ist wie beim Kabeljau. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Unterkiefer, der leicht vorsteht. Der charakteristische Bartfaden am Unterkiefer, den Kabeljau und Dorsch haben, ist beim Seelachs entweder sehr klein oder fehlt ganz.

Eine ausgewachsene Seelachs erreicht eine Körperlänge zwischen 60 und 100 Zentimetern, wobei kapitale Exemplare über 130 Zentimeter lang werden können. Das durchschnittliche Gewicht liegt bei 3 bis 8 Kilogramm, große Fische können jedoch über 20 Kilogramm wiegen. Die Lebenserwartung beträgt etwa 20 bis 25 Jahre, wobei das Wachstum in den ersten Jahren besonders schnell ist und sich später verlangsamt.

Der Seelachs ist ein aktiver Schwimmer und gehört zu den schnelleren Vertretern der Dorschfamilie. Anders als der bodenbewohnende Kabeljau hält er sich oft im freien Wasser auf und jagt aktiv nach Fischen. Diese Lebensweise spiegelt sich in seinem stromlinienförmigen Körper und seiner kräftigen Muskulatur wider.

Verbreitung und Lebensraum des Seelachses

Der Seelachs ist ein Bewohner der kalten bis gemäßigten Gewässer des Nordatlantiks. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Ostatlantik von der Biskaya über die Nordsee, die britischen Gewässer und die norwegische Küste bis hinauf nach Spitzbergen und zur Barentssee. Auch im westlichen Atlantik von der Labrador-Küste bis nach Cape Cod ist er verbreitet. Besonders dichte Bestände finden sich vor Norwegen, Island, den Färöer-Inseln und in der nördlichen Nordsee.

Der Seelachs bevorzugt kühles Wasser mit Temperaturen zwischen 4 und 12 Grad Celsius. Anders als viele andere Dorscharten ist er weniger bodenbewohnt und hält sich oft im freien Wasser auf. Junge Seelachse leben in küstennahen Bereichen und Buchten in Tiefen zwischen 10 und 50 Metern. Mit zunehmendem Alter wandern sie in tiefere Bereiche ab, wo ausgewachsene Fische typischerweise in Tiefen zwischen 100 und 300 Metern anzutreffen sind. Manche Populationen leben sogar bis in 500 Meter Tiefe.

Der Seelachs ist ein Schwarmfisch, der oft in großen Gruppen unterwegs ist. Diese Schwärme können beeindruckende Ausmaße annehmen und bestehen meist aus Fischen ähnlicher Größe. Die Schwarmbildung bietet Schutz vor Räubern und erleichtert die gemeinsame Jagd auf Beutefische. Besonders junge Seelachse bilden dichte Schwärme in küstennahen Gewässern, während große, alte Exemplare eher einzelgängerisch leben oder in kleineren Gruppen unterwegs sind.

Seelachse unternehmen jahreszeitliche Wanderungen, die mit Nahrungssuche und Fortpflanzung zusammenhängen. Im Winter ziehen viele Populationen in tiefere Gewässer, wo sie laichen. Im Frühjahr und Sommer kehren sie in flachere, küstennahe Bereiche zurück, wo das Nahrungsangebot reichhaltig ist. Diese Wanderungen können mehrere hundert Kilometer umfassen. Die Fische folgen dabei den Wanderungen ihrer Beutefische, insbesondere Heringen und Sprotten.

Der bevorzugte Lebensraum umfasst Bereiche mit felsigem Untergrund, Riffen, Wracks und anderen Strukturen, die Deckung bieten und Beutefische anziehen. Auch Gebiete mit starken Strömungen sind beliebt, da diese nährstoffreiches Wasser herantransportieren. Anders als der Kabeljau meidet der Seelachs nicht das offene Wasser und jagt oft weit entfernt von strukturiertem Grund.

Seelachs-Schwarm im freien Wasser mit Nahaufnahme eines jungen Seelachses im Vordergrund

Nahrung und Jagdverhalten des Seelachses

Der Seelachs ist ein aktiver Räuber mit einem abwechslungsreichen Speiseplan. Seine Ernährung ändert sich mit dem Alter und der Verfügbarkeit von Beutetieren.

Junge Seelachse ernähren sich hauptsächlich von Plankton, insbesondere von Krill, Flohkrebsen und anderen kleinen Krebstieren. Auch Larven verschiedener Meerestiere gehören zur Nahrung. Mit zunehmendem Alter stellen sie ihre Ernährung zunehmend auf Fisch um. Ausgewachsene Seelachse sind ausgeprägte Fischfresser, die vor allem kleine Schwarmfische jagen. Zu ihren Hauptbeutetieren gehören Heringe, Sprotten, Sandaale, Lodde und junge Makrelen. Auch kleinere Artgenossen werden nicht verschmäht. Daneben fressen sie Tintenfische, Garnelen und größere Krebstiere.

Die Jagdstrategie des Seelachses ist aktiv und energieaufwendig. Anders als der lauernde Kabeljau jagt der Seelachs oft in kleinen Gruppen und treibt Fischschwärme zusammen. Mit schnellen Vorstößen und wendigen Manövern verfolgt er einzelne Beutefische und schnappt sie mit seinem großen Maul. Die leicht vorstehende Unterlippe ermöglicht es ihm, auch von unten kommend Beute zu ergreifen. Der Seelachs ist ein ausdauernder Schwimmer, der seine Beute über weite Strecken verfolgen kann.

Besonders spektakulär ist die Jagd auf Heringsschwärme. Wenn Seelachse einen Schwarm lokalisiert haben, umkreisen sie ihn und treiben die Heringe an die Wasseroberfläche. Dort stürzen sie sich in koordinierten Attacken auf die zusammengedrängten Fische. Dieses Verhalten lockt oft auch Seevögel an, die sich ebenfalls an der Jagd beteiligen. Solche Jagdszenen sind für Angler ein untrügliches Zeichen für die Anwesenheit von Seelachsen.

Die Fressaktivität folgt einem Tagesrhythmus. Seelachse jagen sowohl tagsüber als auch nachts, wobei sie besonders in der Dämmerung aktiv sind. Sie nutzen ihr gutes Sehvermögen, um Beutefische visuell zu lokalisieren. In tieferen Wasserschichten, wo weniger Licht vorhanden ist, verlassen sie sich zusätzlich auf ihr Seitenlinienorgan, das Druckwellen und Bewegungen im Wasser wahrnimmt.

Jahreszeitlich zeigt sich eine intensive Fressphase im Frühjahr und Sommer, wenn das Nahrungsangebot reichhaltig ist und die Wassertemperaturen steigen. In dieser Zeit bauen Seelachse Fettreserven auf, die für die Laichzeit im Winter wichtig sind. Im Spätherbst und Winter, wenn die Fische laichen, reduziert sich die Nahrungsaufnahme.

Fortpflanzung des Seelachses

Die Fortpflanzung des Seelachses findet in den Wintermonaten statt, typischerweise zwischen Januar und April, mit dem Höhepunkt im Februar und März. Die Laichgebiete liegen in tieferen Bereichen, meist zwischen 100 und 200 Metern Tiefe. Wichtige Laichgebiete befinden sich westlich von Norwegen, vor Island, bei den Färöer-Inseln und in der nördlichen Nordsee.

Die Geschlechtsreife tritt bei Seelachsen relativ spät ein. Männchen werden mit etwa 4 bis 6 Jahren bei einer Länge von 50 bis 60 Zentimetern geschlechtsreif, Weibchen mit 5 bis 7 Jahren bei 60 bis 70 Zentimetern. Ein großes Weibchen kann zwischen 3 und 6 Millionen Eier produzieren, wobei die Anzahl stark von Größe und Alter abhängt. Diese enorme Eizahl ist notwendig, da die Sterblichkeit der Larven sehr hoch ist.

Die Eier sind pelagisch und haben einen Durchmesser von etwa 1,0 bis 1,2 Millimetern. Sie treiben frei im Wasser und werden von Meeresströmungen über weite Gebiete verteilt. Die Entwicklung im Ei dauert bei Temperaturen um 6 Grad Celsius etwa 10 bis 14 Tage. Die geschlüpften Larven sind winzig, nur 3 bis 4 Millimeter lang, und ernähren sich zunächst von ihrem Dottersack.

Nach einigen Tagen beginnen die Larven aktiv zu fressen und jagen winzige Planktonorganismen. Sie treiben als Teil des Planktons mit den Strömungen und sind zahllosen Gefahren ausgesetzt. Nur ein winziger Bruchteil überlebt die ersten Wochen. Nach etwa zwei bis drei Monaten haben die überlebenden Larven eine Länge von 3 bis 5 Zentimetern erreicht und ähneln bereits kleinen Seelachsen. Sie wandern dann in küstennahe Aufwuchsgebiete, wo sie zwischen Algen und Seegras Schutz finden.

Das Wachstum junger Seelachse ist beeindruckend schnell. Nach einem Jahr erreichen sie bereits 20 bis 30 Zentimeter, nach zwei Jahren 35 bis 45 Zentimeter. Mit drei Jahren sind sie oft schon 50 bis 60 Zentimeter lang. Dieses schnelle Wachstum ist typisch für aktive Räuber und ermöglicht es den Fischen, schnell eine Größe zu erreichen, bei der sie vor den meisten Fressfeinden sicher sind.

Wie wird Seelachs gefangen?

Der Seelachs ist sowohl für die kommerzielle Fischerei als auch für Sportangler von großer Bedeutung.

In der kommerziellen Fischerei werden Seelachse hauptsächlich mit pelagischen Schleppnetzen und Ringwaden gefangen. Diese Methoden zielen auf Fischschwärme im freien Wasser ab. Moderne Fangschiffe nutzen Echolot und Sonar, um große Schwärme zu lokalisieren. Die Hauptfangzeit liegt im Sommer und Herbst, wenn die Seelachse in küstennahen Gewässern jagen. Auch Grundschleppnetze kommen zum Einsatz, besonders wenn die Fische näher am Boden stehen. Die Fischerei unterliegt Quoten und Regulierungen, einschließlich Mindestmaßen, um die Bestände nachhaltig zu bewirtschaften.

Für Sportangler ist der Seelachs ein hoch geschätzter Zielfisch. Das Angeln auf Seelachs ist besonders in Norwegen, Island und Schottland beliebt. Die Fische werden mit verschiedenen Methoden gefangen. Beim Pilken werden schwere Metallköder, sogenannte Pilker, auf Tiefe abgelassen und mit ruckartigen Bewegungen durchs Wasser geführt. Seelachse reagieren aggressiv auf diese Köder und attackieren sie heftig. Auch das Spinnfischen mit Gummifischen, Wobblern oder Blinkern ist erfolgreich. Die Köder sollten schnell geführt werden, um die Aufmerksamkeit der jagenden Seelachse zu erregen.

Besonders spannend ist das Angeln an der Oberfläche, wenn Seelachse Fischschwärme jagen. Mit leichten Spinnruten und kleinen Ködern lassen sich die Fische in spektakulären Drills fangen. Der Drill eines Seelachses ist hart und kraftvoll. Die Fische ziehen lange, schnelle Fluchten und nutzen ihre Ausdauer voll aus. Besonders große Exemplare können Angler an ihre Grenzen bringen.

Die beste Angelzeit ist von Mai bis Oktober, wobei der Sommer die Hauptsaison darstellt. Erfolgversprechende Angelplätze sind Riffe, Wracks, Kanten und Bereiche mit starker Strömung. Auch direkt unter Vogelschwärmen, die jagende Seelachse anzeigen, lohnt sich ein Versuch. Die meisten Angler setzen gefangene Seelachse wieder frei, um die Bestände zu schonen, und nehmen nur einzelne Fische für den Eigenverzehr mit.

Frischer ganzer Seelachs auf Eis dekoriert mit Zitronenscheiben und frischem Dill auf schwarzem Schiefer

Seelachs in der Küche

Der Seelachs ist kulinarisch vielseitig und wird weltweit geschätzt. Sein Fleisch ist fest, weiß und hat einen milden, angenehmen Geschmack. Die Konsistenz ist etwas fester als bei Kabeljau, was ihn besonders für Zubereitungen eignet, bei denen der Fisch seine Form behalten soll.

Frische Seelachsfilets eignen sich hervorragend zum Braten, Grillen oder Backen. Das Fleisch bleibt beim Garen saftig und entwickelt ein feines Aroma. Auch als Fischstäbchen oder Kibbelinge, mundgerechte Stücke im Backteig, ist Seelachs sehr beliebt. Die feste Konsistenz verhindert, dass der Fisch beim Frittieren auseinanderfällt. Seelachsschnitzel sind praktisch portioniert und lassen sich vielseitig zubereiten.

Gesundheitlich ist Seelachs wertvoll: Er ist fettarm, reich an hochwertigem Eiweiß und enthält wichtige Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin D, B12, Jod und Selen. Der niedrige Fettgehalt macht ihn zu einer leichten, bekömmlichen Wahl für gesundheitsbewusste Genießer.

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