Hering: Massenfisch mit großer Bedeutung – Portrait und Vorkommen

Hering: Massenfisch mit großer Bedeutung – Portrait und Vorkommen

Kennen Sie den Geschmack eines perfekt eingelegten Bismarckherins oder die Tradition eines deftigen Matjesbrötchens? Der Hering ist weit mehr als nur ein einfacher Fisch – er ist ein Stück Kulturgeschichte, ein kulinarisches Multitalent und einer der wirtschaftlich bedeutendsten Fische der Welt. Über Jahrhunderte ernährte der Hering ganze Küstenregionen und prägte den Handel in Nord- und Ostsee. Heute begeistert er durch seine Vielseitigkeit: ob als Bismarck, Brathering, Matjes oder Rollmops. In diesem Artikel erfahren Sie alles über den faszinierenden Schwarmfisch – von seinem Lebensraum über seine Lebensweise bis zu den verschiedenen Zubereitungsarten.

Was für ein Fisch ist der Hering?

Der Hering (Clupea harengus) gehört zur Familie der Heringsartigen (Clupeidae) und ist einer der bekanntesten Schwarmfische überhaupt. Sein schlanker, seitlich abgeflachter Körper ist perfekt für das schnelle Schwimmen in großen Schwärmen konstruiert. Die Oberseite schimmert blau-grünlich, während die Flanken und der Bauch silbrig glänzen – eine Färbung, die ihn im Wasser vor Fressfeinden schützt.

Ein ausgewachsener Hering erreicht eine Körperlänge zwischen 20 und 40 Zentimetern, wobei Exemplare von über 45 Zentimetern keine Seltenheit sind. Das Gewicht liegt meist zwischen 150 und 500 Gramm. Charakteristisch sind die großen, leicht ablösbaren Schuppen und der unterständige Unterkiefer, der typisch für Planktonfresser ist. Der Hering hat keine Fettflosse und besitzt einen gesägten Bauchkiel – anatomische Merkmale, die ihn von anderen Schwarmfischen unterscheiden.

Die Lebenserwartung des Herings liegt bei etwa 15 bis 20 Jahren, wobei die meisten Fische in der kommerziellen Fischerei im Alter von 3 bis 8 Jahren gefangen werden. Geschlechtsreif werden Heringe mit etwa 3 bis 4 Jahren, abhängig von den Umweltbedingungen und der Nahrungsverfügbarkeit.

Der Hering lebt in den kalten bis gemäßigten Gewässern des Nordatlantiks und angrenzender Meere:

  • Nordsee (besonders reichhaltige Bestände)
  • Ostsee (hier auch als Strömling bekannt, eine kleinere Unterart)
  • Norwegische Küste und Norwegisches Meer
  • Küsten Islands und Grönlands
  • Westliche Ostseeküste von Dänemark bis Polen
  • Britische Gewässer und Ärmelkanal

Der Hering ist ein ausgesprochener Schwarmfisch, der in gigantischen Verbänden von mehreren Millionen Individuen leben kann. Diese Schwärme wandern jahreszeitlich zwischen Nahrungs- und Laichgründen und legen dabei teilweise Hunderte von Kilometern zurück. Die Schwarmbildung bietet Schutz vor Räubern wie Seevögeln, Robben, Walen und größeren Raubfischen. Heringe bevorzugen kühles Wasser mit Temperaturen zwischen 4 und 15 Grad Celsius und halten sich meist in Tiefen zwischen 10 und 200 Metern auf, abhängig von Tageszeit und Nahrungsangebot.

Heringsfischerei auf der Nordsee – reicher Fang frischer Heringe

Laichzeit des Herings

Die Laichzeit des Herings ist je nach Population und geografischer Lage unterschiedlich. Man unterscheidet zwischen Frühjahrslaichern und Herbstlaichern – genetisch unterschiedliche Populationen, die sich zu verschiedenen Jahreszeiten fortpflanzen.

Frühjahrslaicher laichen hauptsächlich von Februar bis Mai in küstennahen Gewässern der Nordsee und der westlichen Ostsee. Die Wassertemperaturen liegen dabei zwischen 4 und 8 Grad Celsius.

Herbstlaicher beginnen ihre Laichzeit von August bis November, wobei die Hauptlaichzeit im September und Oktober liegt. Diese Population findet man verstärkt in der Nordsee und vor der norwegischen Küste.

Zum Laichen ziehen die Heringschwärme in flachere Küstenbereiche, wo sie ihre Eier am Meeresboden ablegen. Ein Weibchen produziert dabei zwischen 20.000 und 50.000 Eier, abhängig von Größe und Alter. Die klebrigen Eier mit einem Durchmesser von etwa 1 bis 1,5 Millimetern heften sich an Seegras, Steine, Muschelschalen oder anderen Untergründen am Meeresboden an – sogenannte Laichteppiche, die riesige Flächen bedecken können.

Die Entwicklung der Eier dauert etwa 10 bis 20 Tage, abhängig von der Wassertemperatur. Je kälter das Wasser, desto länger die Entwicklungszeit. Die geschlüpften Larven sind zunächst nur wenige Millimeter groß und ernähren sich von ihrem Dottersack. Nach etwa einer Woche beginnen sie, Plankton zu fressen.

Die jungen Heringe wachsen schnell heran und bilden schon früh kleine Schwärme. Mit zunehmendem Alter schließen sie sich den großen Wanderschwärmen der erwachsenen Tiere an. Die Überlebensrate der Larven hängt stark von Wassertemperatur, Nahrungsangebot und der Anzahl der Fressfeinde ab – nur ein sehr kleiner Prozentsatz erreicht das Erwachsenenalter.

Hering im natürlichen Lebensraum – silbrig glänzender Schwarmfisch

Nahrung und Schwarmverhalten des Herings

Der Hering ist ein Planktonfresser, der sich hauptsächlich von tierischem Plankton ernährt. Sein Speiseplan umfasst Kleinkrebse wie Ruderfußkrebse (Copepoden), Flohkrebse (Amphipoden), Krill und Larven verschiedener Meerestiere. Größere Heringe fressen auch kleine Fische wie Sprotten und Sandaale.

Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch Filtration: Der Hering schwimmt mit geöffnetem Maul durch planktonreiche Wasserschichten und filtert die Nahrung mit seinen Kiemenreusendornen aus dem Wasser. Dieses effiziente Fresssystem ermöglicht es ihm, große Mengen an Plankton in kurzer Zeit aufzunehmen.

Fressperioden sind beim Hering stark saisonabhängig. Im Frühjahr und Sommer, wenn das Planktonangebot besonders reichhaltig ist, frisst der Hering intensiv und baut Fettreserven auf. Diese Fetteinlagerungen sind entscheidend für die Qualität des Fisches – fettreiche Heringe schmecken deutlich aromatischer und saftiger.

Ruhigere Phasen erlebt der Hering während und kurz nach der Laichzeit, wenn seine Energiereserven erschöpft sind. In dieser Zeit sind die Fische magerer und haben weniger Geschmack – daher gibt es traditionell Schonzeiten für bestimmte Heringsarten.

Das Schwarmverhalten des Herings ist faszinierend: Die riesigen Schwärme bewegen sich synchron, als wären sie ein einziger Organismus. Diese Koordination erfolgt durch visuelle Signale und die Wahrnehmung von Druckwellen über das Seitenlinienorgan. Bei Gefahr vollführen die Schwärme blitzschnelle Ausweichmanöver, die Fressfeinde verwirren sollen.

Die Tagesaktivität des Herings variiert: Tagsüber halten sich die Schwärme eher in tieferen Wasserschichten auf, wo weniger Licht ist. In der Dämmerung und nachts steigen sie in höhere Wasserschichten auf, wo das Plankton besonders reichlich vorhanden ist. Dieses vertikale Wanderverhalten folgt dem Rhythmus ihrer Beutetiere.

Fischerei und wirtschaftliche Bedeutung

Der Hering gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Fischarten der Welt. Über Jahrhunderte war er ein Grundnahrungsmittel in Nordeuropa und prägte den Handel der Hanse. Auch heute noch werden jährlich mehrere Millionen Tonnen Hering gefangen.

Die Hauptfangzeiten variieren je nach Region und Population:

  • In der Nordsee: Juni bis Oktober (Herbstlaicher)
  • In der Ostsee: April bis Juni (Frühjahrslaicher)
  • Vor der norwegischen Küste: Ganzjährig, mit Schwerpunkt im Herbst

Der Hering wird hauptsächlich mit Ringwaden und pelagischen Schleppnetzen gefangen – Methoden, die speziell für Schwarmfische entwickelt wurden. Die moderne Heringsfischerei ist hoch technisiert: Sonargeräte spüren die Schwärme auf, und große Fangschiffe können mehrere Tonnen Fisch in einem Fangzug an Bord nehmen.

Nachhaltigkeit spielt in der Heringsfischerei eine zentrale Rolle. Nach massiver Überfischung in den 1970er Jahren, die zum Zusammenbruch der Bestände führte, wurden strenge Quoten und Schonzeiten eingeführt. Heute gelten die Heringsbestände in der Nordsee als gut bewirtschaftet, während in der westlichen Ostsee die Bestände unter Druck stehen und besondere Schutzmaßnahmen gelten.

Beim Kauf von Hering sollten Sie auf Herkunftsnachweise und Nachhaltigkeitssiegel wie MSC (Marine Stewardship Council) achten. Zertifizierter Hering stammt aus Beständen, die nachhaltig befischt werden und wo die Fangmethoden umweltverträglich sind.

Frische Heringsfilets zubereiten – perfekt für Bismarck-Hering

Hering in der Küche – Vielseitigkeit pur

Der Hering ist ein kulinarisches Chamäleon und wird in unzähligen Varianten zubereitet. Seine Vielseitigkeit ist beeindruckend – von sauer eingelegten Spezialitäten bis zu geräucherten Delikatessen.

Bismarck-Hering ist die klassische Variante: Heringsfilets werden in einer würzigen Marinade aus Essig, Zwiebeln, Gewürzen und oft Senf eingelegt. Der Name geht angeblich auf den deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck zurück, der diese Zubereitungsart besonders schätzte.

Brathering wird vor dem Einlegen in Mehl gewendet und goldbraun gebraten. Anschließend kommt er in eine Essig-Zwiebel-Marinade. Diese Kombination aus knuspriger Haut und säuerlicher Marinade ist besonders beliebt.

Matjes ist eine echte Delikatesse: Junge Heringe werden vor der Geschlechtsreife gefangen, gesalzen und mit speziellen Enzymen fermentiert. Das Ergebnis ist ein butterweicher, mild-würziger Fisch mit rosafarbenem Fleisch. Echter Matjes ist nur im Frühsommer verfügbar – die berühmte "Matjes-Saison".

Rollmops sind Heringsfilets, die um Gewürzgurken oder Zwiebeln gerollt und mit Holzspießchen fixiert werden. In saurer Marinade eingelegt, sind sie ein beliebter Katerfrühstücks-Klassiker.

Salzheringe sind die traditionellste Konservierungsform. In Salz eingelegt, sind sie monatelang haltbar und müssen vor dem Verzehr gewässert werden. Sie bilden die Grundlage für viele weitere Heringsgerichte.

Strömlinge sind die kleinen Verwandten aus der Ostsee. Sie werden oft in Dill eingelegt oder gebraten und sind besonders in Schweden und Finnland beliebt.

Der Hering ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund: Er enthält hochwertiges Eiweiß, reichlich Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und B12. Regelmäßiger Heringgenuss unterstützt die Herzgesundheit und stärkt das Immunsystem.

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